Kopflausbefall- Dauerthema nach den Ferien

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Kaum sind die Ferien vorbei- die Kinder wieder in ihren Klassenzimmern, geht er los : der Läusealarm. Kopfläuse sind weltweit verbreitet und haben nichts mit fehlender Sauberkeit zu tun, sie können durch Waschen nicht beseitigt werden.

Die Kopflaus ist ein flügelloses abgeplattetes Insekt mit sechs Beinen deren Fortsätze sie gut zum Fortbewegen und Festhaften benutzen können. Sie hat Mundwerkzeuge mit denen sie in die Kopfhaut sticht, um Blut zu saugen. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch bei engem Körperkontakt durch Überwandern der Parasiten bei Haar-zu Haarkontakt. Läuse können nicht springen und können keine größeren Strecken zurücklegen. Trotzdem ist eine Übertragung indirekt möglich über Gegenstände (Kämme, Bürsten, Schals, Jacken, Mützen) die gemeinsam benutzt werden oder direkt nebeneinander gelagert werden/hängen (z.B.: Garderoben, Betten). Haustiere können keine Läuse übertragen.

Eine Ansteckungsgefahr besteht solange die Betroffenen mit mobilen Läusen befallen sind. Ein Weibchen lebt ca. 30 Tage und legt in dieser Zeit 150 Eier. Diese Eier (Larve) besitzen am vorderen Ende Luftlöcher zur Sauerstoffversorgung. Die Larven schlüpfen nach 6-10 Tagen es bleiben die leeren Eihüllen die sogenannten Nissen zurück. Die Eier werden meist 1-2mm von der Kopfhaut abgelegt, da das Haar 10mm im Monat wächst sind die Nissen die weiter als 1cm von der Kopfhaut entfernt zu finden sind leer.

Kopfläuse stechen alle 4-6 Stunden. Das wichtigste Symptom ist der Juckreiz. Nur selten fehlt der Juckreiz gänzlich. Weitere Symptome sind Lymphknotenschwellung oder bakterielle Infektionen an der aufgekratzten Stelle. Mädchen sind häufiger betroffen, Afroamerikaner/Afrikaner sind seltener als Kaukasier betroffen, da sich die Läuse an der mehr ovalen Haarschaftform nicht gut festkrallen können.

Der Nachweis von lebenden Läusen ist manchmal nicht so einfach. Die Nissen lassen sich bei gründlicher Untersuchung der Haare/ Kopfhaut mit exaktem Abteilen der einzelnen Haarsträhnen mit einer beleuchteten Lupe am besten finden (Bild ).

Man kann das Haar auch untersuchen in dem man eine, auf das angefeuchtete Haar, aufgetragene Pflegespülung mit einem Läusekamm auskämmt. Wenn man Tiere erwischt so fangen diese wenige Minuten nach dem Auskämmen an, sich in der ausgekämmten Masse zu bewegen.

 

 

 

Sind ALU-Deos ungesund ?

Aluminiumhexahydrat ist der wirksamste kosmetisch qualifizierte Wirkstoff gegen Schwitzen und gilt als Standard. Alu wirkt indem es den Schweißdrüsenausführungsgang verengt und hemmt somit die Schweißproduktion. Es muss rechtzeitig, bevor die Schweißdrüsen aktiv sind aufgetragen werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat eine Unbedenklichkeitserklärung für Alu- Deos herausgegeben, basierend auf der Metaanalyse von 59 weltweiten Studien. Es besteht keine wissenschaftlich fundierte Studie, die ernsthafte Gesundheitsstörungen nachweisen kann.

Bei übermässigem krankhaften Schwitzen kann der Hautarzt ein Antitranspirant mit bis zu 20% Aluminiumhexahydrat verorden, welches als Rezeptur in der Apotheke angefertigt wird. Dieses wird 2-3x pro Woche angewendet, abends vor dem Schlafengehen.

Alternativ dazu gibt es bei übermäßigem Schwitzen, wenn mit einer Lokaltherapie keine ausreichende Besserung erzielt werden kann, die Möglichkeit die Schweißdrüssen mit dem Wirkstoff Botulinumtoxin zu unterspritzen und die Schweißproduktion für mehrere Monate zu verhindern.

Alufreie Deos stehen den Patienten ebenfalls zur Verfügung. Sie verhindern die Geruchsbildung, hemmen aber nicht das Austreten des Schweisses.

 

Sommer, Sonne, Sonnenbrand

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Der Deutsche Sommer

Lang ersehnt und nun endlich da! Die Temperaturen steigen, die Tage werden länger und wir möchten die Sonne genießen. Der UV-Anteil in den Sonnenstrahlen (UVA, UVB, UVC) führt zu unterschiedlichen Prozessen in der Haut. Zu den physiologischen Reaktionen gehört die Pigmentierung (Bräune) und die Bildung der schützenden „Lichtschwiele“ (Hautverdickung). Die Zellen der Haut können in unserem Zellkern (DNA) geschädigt werden – dies beeinflusst die gesamte Zellfunktion : beschleunigte Hautalterung (Photoaging), Hautkrebsvorstufen (Präkranzerosen) und Hautkrebs (Melanom, heller Hautkrebs) können entstehen.

Wir können uns schützen indem wir vier Dinge beachten:
Die Sonne sollte gemieden werden.
Die Sonnenexposition beurteilen und das Verhalten anpassen.
Textilen Sonnenschutz verwenden.
Sonnenschutzprodukte verwenden.

Die Beurteilung der Sonnenbelastung ist ausgesprochen wichtig, steht die Sonne im Zenit (Mittagszeit zwischen 11-13Uhr) haben wir 50% der UVB-Strahlung.
Je höher wir in den Bergen sind nimmt die UV-Belastung zu ( 20% pro 1000 Höhenmeter).
Wolken sind kein Schutz vor UV-Strahlen, 90% des UV-Lichtes passiert die Wolkenschicht.
Schnee reflektiert die UV-Strahlen ebenso wie Sand und Wasser. UVB- und UVA-Strahlen dringen zu 50-75% in das Wasser ein bis zu einer Tiefe von 1 Meter.
Der Textile Lichtschutz ist also auch im Wasser ein guter Schutz gegen Sonnenbrand. Dafür werden heutzutage spezielle UV-Anzüge gefertigt mit einem LSF von 80, gewöhnliche Baumwollstoffe sind UV- Durchlässig : Kleidung und ebenso der Sonnenschirm.

 

04_Mineral_Radiance_UV_Defense_SPF_50Der Lichtschutzfaktor in der Sonnencreme gibt an wie viel länger man in der Sonne verbringen kann bis ein Sonnenbrand entsteht – es ist der Sonnenbrandschutzfaktor!
Aber auf die Applikationsmenge kommt es an: 2mg pro cm² wird empfohlen.
Ein Mann (1,80m ; 80kg) mit einer Körperfläche von 2,0 m² benötigt 40g eines Produktes.
Verwendet man weniger – ist die Lichtschutzwirkung deutlich reduziert.
Wichtig ist auch die Angaben des Herstellers zum UVA-Schutz. Manche Dermatosen sind UVA sensibel (z.B.: Sonnenallergie) daher ist die Anwendung eines Produktes mit hohem UVB- und hohem UVA-Schutz sehr wichtig.
Es gibt unterschiedliche Lichtschutzfilter: die physikalischen Filter schützen durch Reflexion und Streuung, die chemischen Filter durch Absorbtion der UV- Strahlung . Beide Arten von Lichtschutzfiltern zeigten sich in klinischen Studien unbedenklich.

Ein Vitamin D.- Mangel wird selten verursacht durch einen intensiven Sonnenschutz. Sollte der Sonnenschutz jedoch mit dazu beitragen überwiegen dennoch die Vorteile der Hautkrebsprävention. Eine orale Vitamin D. Substitution ist dann zu empfehlen.
Die Inzidenz von Hautkrebs ist steigend, die Lichtschutzberatung in der dermatologischen Sprechstunde hat einen wichtigen Stellenwert und verlangt detaillierte Kenntnisse in diesem Bereich.

Quelle: R. Mang hautnah dermatologie 5/2014, Jg.30, N3 22-27.

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Esprit Montmartre


Schirn_Presse_Montmartre_Anquetin_Femme_a_la_Voilette_1891Die Austellung Esprit Montmartre in der Frankfurter Schirn zeigt das reale Leben und die realen Lebensumstände der Künstlerboheme um die Jahrhundertwende in Paris.

Montmartre Armenviertel und Vergnügungsmeile, geprägt von Alkoholismus und Krankheiten; vorherrschend die Syphillis.

Die Darstellungen der Damen lassen mutmaßen: trägt sie einen Schleier um einen Ausschlag zu verbergen (Syphillide) ? trägt sie ein Samtband um den Hals um das „Halsband der Venus“ (Depigmentierung nach Syphillisausschlag) zu verbergen ? Viele Künstler waren ebenso betroffen. Eine Syphilliserkrankung zu dieser Zeit um gab die Menschen wie eine Aura der Verruchtheit, der syphillitsche Wahn (Neurolues) galt als Quelle der Genialität.

Mit der Entdeckung des Erregers (1905) und seinem serologischen Nachweis (1906) konnte die Erkrankung mit Beginn des 20.Jhdt. sicher nachgewiesen werden. Jedoch erst mit der Entdeckung des Penicillins (1943) gab es eine bis heute erfolgreiche Therapie.

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Damit verlor die Syphillis in der Mitte des letzten Jhdt. zunehmend an Bedeutung. Hinzu kam, dass die Angst vor anderen Erkrankungen (HIV,AIDS) zu einer Verhaltensänderung führte (safer sex). So sank die Neuinfektionsrate zu Beginn der 80er Jahre auf einen erfreulichen historischen Tiefstand.

Seit dem neuen Jahrtausend steigen die Zahlen der Syphillisneuinfektionen jedoch wieder kontinuierlich an. Im Jahr 2012 wurden vom Robert- Koch-Institut 4410 Fälle bestätigt, 20% mehr als im Vorjahr. Es sind überwiegend homosexuelle Männer betroffen, aber auch die Anzahl weiblicher Prostituierter ist steigend. Nur ein Drittel der Syphilliserkrankungen wird rechtzeitig im Frühstadium erkannt, häufig erfolgt die Diagnose viel später. Syphillis kann von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden. 2012 gab es trotz Screening 5 solcher Fälle, die unbehandelt schwere Missbildungen zur Folge haben.

Ein wichtiges Thema ist auch die Ko-Infektion mit HIV. Es ist daher ratsam bei Verdacht auch einen HIV-Test durchzuführen. Nach wie vor gilt die Benutzung von Kondomen als wirksamster Schutz (wenngleich auch nicht 100%ig), gegen beide Infektionen und andrer STDs (Sexual transmitted diseases).

Die Syphillis hat im Wandel der Jahrhunderte viele Opfer gefordert und viele Gesichter gezeigt. Leider hat diese Erkrankung bis heute nicht an Bedeutung verloren.

Älterwerden ohne graue Haare ?

ak23 copyKathrin Schallreuter und ihr Forschungsteam an der Universität Greifswald konnten anhand eine Untersuchung von 2400 Patienten nachweisen, das das Ergrauen auf einen massiven oxidativen Stress im Haarfollikel zurückgeht. Ähnliche Prozesse sind auch an der Entstehung  der Weissfleckenkrankheit (Vitiligo) beteiligt.

Dem Forscherteam um Schallreuter gelang es mit topisch eingesetzter UVB- aktivierter Pseudokatalase PC-KUS bei Vitiligopatienten die Haut und auch weissgewordene Wimpern zu repigmentieren.

Somit ist erstmalig eine Behandlung grauer Haare- direkt an der Wurzel möglich. Sollten sich die Erfolge bestätigen, können wir uns von den Haarfärbemitteln verabschieden …..

Rosazea

BehandlungBei der Rosazea (Kupferrose, Kupferfinne) ist insbesondere die Gesichtsmitte betroffen. Wangen , Nase, Kinn, Stirn.  Zu Beginn stehen anfallsartige Rötungen, verbunden mit Wärmegefühl im Gesicht im Vordergrund (Flush). Weitere Hautveränderungen der Rosazea sind feine rote Äderchen im Nasen- und Wangenbereich, manchmal aber auch rote Knötchen und Eiterpickel. In seltenen Fällen kann die Haut im Verlauf der Erkrankung im Wangenbereich und an der Nase höckrig und verdickt sein. In einigen Fällen tritt auch eine Augenbeteiligung auf, eine Kontrolle beim Augenarzt ist daher zu empfehlen.

Die Ursache der Rosazea ist noch nicht geklärt. Es gibt aber bekannte Provokationsfaktoren : Sonne, Hitze, Kälte, Alkohol, Kaffee, scharfe Gewürze und falsche Pflegemittel.

Therapie : Prophylaxe durch Vermeiden von Provokationsfaktoren! Ein Lichtschutzfaktr von mindestens 30, sollte täglich angewendet werden. Hier ist es wichtig, dass die Sonnencreme gut abgestimmt ist auf die empfindliche Haut und nicht zu viele Lipide enthält die Papeln und Pusteln provozieren. Wichtig ist auch die Anpassung der Pflege an die epfindlicher gewordene Gesichtshaut.

Zur äußerlichen Therapie werden Metronidazol und Azaleinsäure häufig angewendet, eine Laserverödung der roten Äderchen kann ebenso sinnvoll sein.

Kosmetische Behandlungen zur sachgemäßen Entfernung von Eiterpusteln und Pflege der Haut sind unterstützend wirksam.

In schweren Fällen bleibt nur die innerliche Therapie mit Minocyclin, Doxycyclin oder Isotretinoin.

Die Behandlung der Rosazea hat in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht. Für die bisher nur schwer zu behandelnden gefäßbedingten Rötungen wird bald ein neuer Wirkstoff (Brimonidin) in einer Gelgrundlage zugelassen werden. Die anfallsartigen Rötungen verschwinden nach Auftragen für ca. 12 Stunden.04_Mineral_Radiance_UV_Defense_SPF_50

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Jugend vergeht- Schönheit nicht…

Willkommen im Hautnah Dermablog !
Ich freue mich über Ihr Interesse an Themen rund um die Dermatologie und Ästhetische Medizin.

Mehr denn je möchten wir in jedem Alter natürlich schön und gesund sein.  Die Ästhetische Dermatologie bietet viele Möglichkeiten dies zu erreichen.   Freuen Sie sich auf interessante Beiträge !

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